Digitaler Austausch Inklusion in der Kath. OKJA NRW

Anlass zum ersten digitalen Austausch „Inklusion in der Kath. OKJA NRW“ war die gestiegene Anzahl an Nachfragen zum „neuen“ SGB VIII und seiner Umsetzung in der OKJA. In zahlreichen Gesprächen zeigte sich, dass es den Handelnden theoretisch klar ist, dass Kinder- und Jugendarbeit formal – per Definition und per Gesetz – offen und zugänglich für ALLE sein sollte, …  Das ist eigentlich nicht neu, wird jedoch im neuen SGB VIII noch einmal hervorgehoben und ist daher aktuell sehr präsent in den Überlegungen vor Ort. Faktisch ist es jedoch vielerorts so, dass die Umsetzung nicht oder nur teilweise gelingt.

Nach einem kurzen Kennenlernen beschäftigten wir uns mit der Frage: „Was kann Inklusion in der OKJA sein?“ Hierzu wurde seitens der ‚INBECO – Servicestelle für Inklusion in der Freizeit‘ der Index für Inklusion vorgestellt und ein Überblick über das Inklusionsdreieck und die Zusammenhänge von Kultur, Struktur und Praxis der Inklusion gegeben. Hierbei wurde die Kultur als Basis der Inklusion besonders herausgestellt – eine positive Grundhaltung auf Ebene des Trägers und der Mitarbeitenden ist ein wichtiger Gelingensfaktor für die praktische Umsetzung. In der konkreten praktischen Umsetzung ist es wichtig Betroffene oder deren Vertreter*innen einzubeziehen, individuelle Unterstützung beim Zugang und der Nutzung von Angeboten zu zulassen, Betroffene und/oder deren Vertreter*innen einzubinden und die Öffentlichkeitsarbeit zu verändern. Hierbei muss nicht in einem großen Wurf alles auf einmal geschaffen werden. Wichtig ist es, Dinge auszuprobieren, Rückmeldungen ernst zu nehmen, mit potenziellen Kooperationspartner*innen im Austausch zu bleiben und Gelungenes ins alltägliche Handeln aufzunehmen. Dadurch entwickelt sich inklusives Handeln prozesshaft Schritt für Schritt. Nachhaltig wird Inklusion durch die Überprüfung der Teilhabemöglichkeiten „Kann jede*r kommen und mitmachen?“

Mit diesem Wissen haben wir gemeinsam überlegt, warum OKJA derzeit vielerorts nicht offen ist für alle. Die Gründe hierfür sind zahlreich und reichen von Überforderung, Berührungsängsten und fehlende Erfahrung über ‚Hürden im Kopf‘, die Annahme, dass Stammbesuchende wegbleiben, bis hin zu fehlenden zeitlichen, personellen und räumlichen Ressourcen, um nur einige zu nennen.

Diese Gründe offen auszusprechen ist bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung. Durch die Schaffung des Bewusstseins für die oben genannten und weitere Barrieren wird die Möglichkeit der Auseinandersetzung und Veränderung geschaffen. Zur Weiterarbeit erhielten alle Teilnehmenden eine Checkliste zur Überprüfung der eigenen Arbeit sowie verschiedene Definitionen zum Inklusionsbegriff, die ein Einstieg zur thematischen Auseinandersetzung vor Ort sein können.

Am Ende der Veranstaltung stand der Wunsch nach regelmäßigen digitalen Austauschtreffen „Inklusion in der OKJA NRW“. Ein nächster Termin wurde für Frühjahr 2023 avisiert und wird frühzeitig bekannt gegeben.

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