Offene Kinder- und Jugendarbeit

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) erhält ihren Auftrag aus dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz), das die Rahmenbedingungen der Kinder- und Jugendarbeit und somit auch der OKJA festlegt.

Die Einrichtungen und Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit – Jugendzentren, Jugendcafés, Abenteuerspielplätze oder mobile Jugendarbeit- sind Orte nonformaler Bildung. Die Themen und Inhalte von Angeboten erstrecken sich über die gesamte Bandbreite aller Querschnittsthemen, die für Kinder und Jugendliche relevant sind: Von Medienbildung über politischer Bildung bis zum Kinder- und Jugendschutz oder Geschlechtergerechtigkeit. 

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit arbeitet nach dem Prinzip der Offenheit. Die OKJA ist offen für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder anderen Zuschreibungen und handelt frei von Zugangsvoraussetzungen oder Zielvorgaben. Das Prinzip der Offenheit beinhaltet zum einen die Offenheit der OKJA aller Besucher*innen gegenüber und zum anderen die Offenheit gegenüber Inhalten und Themen der jungen Menschen, welche die Angebote und Einrichtungen der OKJA aufsuchen. 

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit handelt nach dem Prinzip der Freiwilligkeit, nach dem Motto, „Alles kann – nichts muss“. Die Besucher*innen der OKJA entscheiden selbst ob und wenn ja, wann und wie lange sie die Einrichtungen der OKJA besuchen. Die OKJA verzichtet sehr bewusst auf Zugangsbarrieren, Anmeldeverfahren oder Teilnahmeverpflichtungen und ermöglicht somit einen besonders niedrigschwelligen Zugang zu nonformaler Bildung.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist Demokratieförderin: Sie arbeitet nach dem Prinzip der Partizipation. Schon durch den ständigen Wechsel des Besucher*innenstamms der Einrichtungen gilt es Inhalte und Themen, Regeln und Umgangsformen immer wieder neu unter allen Akteur*innen zu verhandeln. Dementsprechend müssen Prozesse für demokratisches Handeln entwickelt und gefestigt, aber auch immer wieder überprüft und angepasst werden.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit handelt sozialraumorientiert und arbeitet nach dem Prinzip der Lebensweltorientierung. Kinder und Jugendliche leben in unterschiedlichen Familien(-formen), erleben Unterschiede im Sozialraum, in Bildung, in Ressourcen. Diese Heterogenität wird in der OKJA aufgegriffen und Perspektiven auf der Basis der Ausgangslage ermöglicht. Es werden Konzepte für Empowerment entwickelt und Strukturen für ein Einwirken in den jeweiligen Sozialraum geschaffen.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit berücksichtigt die unterschiedlichen Lebenslagen der Geschlechter und handelt nach dem Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit. Auch im 21. Jahrhundert ist die Verteilung von Macht nicht geschlechterausgewogen und wird durch Sozialisation und Erziehung reproduziert. Ziel der OKJA ist es ungleiche Geschlechterstrukturen aufzubrechen und Benachteiligungen zu reflektieren und abzubauen. Die gelingt ihr durch geschlechtersensible Angebot und die Stärkung geschlechterdifferenzierter Lebensentwürfe ihrer Besucher*innen.