Krieg, Flucht, Angst, Trauma und immer noch Corona – große Herausforderungen für die Offene Kinder- und Jugendarbeit

Mit Ausbruch des Krieges erreicht uns täglich eine Flut an Nachrichten und Bildern, die besonders bei Kindern und Jugendlichen im Gedächtnis bleiben und wirken. Ob via TikTok, WhatsApp oder durch klassische Nachrichtenformate: Die Besucher*innen unserer Einrichtungen sind ständig mit Bildern des Krieges konfrontiert. Dies erfordert unser professionelles Handeln, indem wir das Gesehene, Gelesene, Gehörte mit unseren Besucher*innen aufarbeiten und ihnen Umgangsweisen damit aufzeigen.

Viele Jugendliche mit Fluchthintergrund, die z.T. noch immer über keinen gesicherten Aufenthaltsstatus verfügen, fühlen sich angesichts der immensen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gegenüber den Geflüchteten aus der Ukraine erneut wenig willkommen und als Geflüchtete „zweiter Klasse“. Zudem erleben sie aufgrund der Kriegsbilder und der Fluchtbewegung Retraumatisierungen, die wir in unserem Alltag begegnen und entsprechend auffangen müssen.

Auch die vertriebenen Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine kommen nun nach und nach in unsere Einrichtungen. Sie suchen Schutz, Stabilität und einen sicheren Ort, an dem sie altersgerecht Spaß erleben dürfen und können. Viele von ihnen sind traumatisiert, haben Familienmitglieder im Krieg verloren und erfahren in den Sammelunterkünften ein instabiles Umfeld. Umso wertvoller ist unser Beitrag auch diesen Besucher*innen die notwendige Stabilität zu bieten, trotz sprachlicher und anderer Barrieren.

Gerne möchten wir, die LAG Kath. OKJA NRW, euch Praktiker*innen Hilfestellungen an die Hand geben. Dafür haben wir ein Padlet erstellt, in dem wir geclustert nach verschiedenen Kategorien zahlreiche Informationen zusammengestellt haben, die bei der Bewältigung dieser Krise hilfreich sein können. Wir werden dieses Padlet bedarfsgerecht bearbeiten und entsprechend weiterentwickeln. Gerne nehmen wir Eure Hinweise und Tipps dafür entgegen.

Hier gelangt Ihr zu unserem Padlet.

Außerdem möchten wir auf weitere Informationen von Fachkolleg*innen aufmerksam machen:
• Die AJS NRW hat im März ein Krisengespräch zum Thema geführt und die Aufzeichnung dessen auf Youtube gestellt. Besonders empfehlen können wir darin den Impuls der Traumapädagogin, Kirsten Schüller-Horn, die einen ausführlichen und gut verständlichen Einblick in die Traumapädagogik gibt (der Beitrag beginnt ab 1:16 Stunden). Hier entlang.
• Auf ihrer Website bietet die AJS NRW außerdem eine ausführliche Übersicht mit Informationen und Hilfestellungen. Hier entlang.
• Auch die ELAGOT NRW hat ein Padlet erstellt. Hier entlang.

Bildquelle: Kedar Gadge, unsplash.com

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