tapU – das neue Material zur Prävention vor sexualisierter Gewalt in der OKJA

Das Thema „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ wurde in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt durch die Berichte von Opfern, immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Reaktionen darauf gab es auf Bundes- und Landesebene, in den Kirchen und Vereinen. Gesetzte wurden geändert, Vorgaben erweitert, Schutzkonzepte geschrieben. So ist es mittlerweile Usus, dass Mitarbeitende in der katholischen OKJA nicht nur zum Vorlegen eines erweiterten Führungszeugnisses verpflichtet sind, sondern ebenfalls verpflichtend an Präventionsschulungen teilnehmen und alle Einrichtungen der katholischen OKJA ein eigenes Schutzkonzept haben. Gelingender Jugendschutz ist in unseren Augen mehr als die Erfüllung dieser strukturellen Vorgaben. Vielmehr muss das Schutzkonzept dauerhaft gelebt werden und das Thema präsent gehalten werden. Die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen ist dabei ein ebenso wichtiger Baustein, wie die sexuelle Bildung und die Sprachfähigkeit von jungen Menschen.

 

… und weil uns das so wichtig ist, ist tapU entstanden. Finanziert aus den zur Verfügung gestellten Landesmitteln haben wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern – Katholische LAG Kinder- und Jugendschutz und Fachstelle Jugendmedienkultur NRW – ein Projekt zur Sensibilisierung für sexuelle Grenzverletzungen entwickelt. Gemeinsam mit Jugendlichen und Fachkräften aus fünf Jugendzentren in NRW haben wir uns in Workshops mit folgenden Fragen beschäftigt: “Was sollen Jugendliche wissen?”, “Was macht sie stark?”, aber auch “Wie können Inhalte vermittelt werden?”, “Wie muss das Material gestaltet sein, damit es ansprechend ist?”. Die vielfältigen Ideen der Jugendlichen haben wir schließlich den Gluon Studios (Studio für digitale Kommunikation) und der Kommunikationsdesignerin Ulrike Beck (Beck to the sea) vorgestellt. Nach und nach erhielten die vielen Ideen aus den Workshops ein Gesicht. Immer wieder wurde das Vorprodukt von Jugendlichen getestet und anhand der Rückmeldungen angepasst.

tapU ist so angelegt, dass die Nutzenden von einer pädagogischen Fachkraft angeleitet und begleitet werden. Jugendliche werden mit Hilfe von analogen und digitalen spielerischen Elementen in ihrem Handeln gestärkt, können ihre Sprachfähigkeit erweitern und lernen für ihre Grenzen einzutreten. Gleichzeitig werden sie dafür sensibilisiert, wo im digitalen Raum und in ihrem Alltag – in der Familie, beim Sport oder im Jugendzentrum – Gefahren lauern können. tapU hat präventive Wirkung und ist – auch wenn es ursprünglich für den Einsatz in der OKJA erdacht wurde – auch für den Einsatz in anderen Settings der Kinder- und Jugendarbeit geeignet.

 

Beim Fachtag am 07.03.2023 wurden wir inhaltlich durch Lisa Thoben von der Fachstelle psg.NRW mit einem Inputreferat zu ‚Ansätzen gelingenden Jugendschutzes in der Jugendarbeit‘ unterstützt. Im Anschluss haben wir tapU vorgestellt und ausprobiert …

Und seither ist tapU nun nutzbar über die Website https://tapu.nrw/  Die analogen Spielelemente stehen auf der Website zum Download und Selbstausdruck zur Verfügung. Es gibt aber auch die Möglichkeit diese bei uns zu bestellen. Wir bieten ergänzend zum tapU-Material auch Inhouse Workshops zum neuen Landeskinderschutzgesetz und den geforderten partizipativen Schutzkonzepten an. Meldet euch gerne bei uns.

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