Offene Kinder- und Jugendarbeit in der Corona-Krise – Pressemitteilung der AGOT-NRW

Die Arbeitsgemeinschaft Offene Türen Nordrhein-Westfalen e.V., kurz AGOT-NRW, ist seit ihrer Gründung im Jahr 1971 die zentrale  Interessenvertretung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen. Sie vertritt die Belange und Interessen junger Menschen gegenüber dem zuständigen Jugendministerium, den beiden Landesjugendämtern im Rheinland und in Westfalen-Lippe sowie den kommunalen Spitzenverbänden. Die Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Kinder- und Jugendarbeit NRW ist eine der vier Trägergruppen der AGOT-NRW. In dieser Eigenschaft freuen wir uns im Folgenden eine wichtige Pressemitteilung der AGOT-NRW zu veröffentlichen:

Im Zuge der Bewältigung der Corona-Verbreitung wurden alle Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in NRW ab dem 17.3.2020 geschlossen. Sämtliche geplanten Maßnahmen, Ferienfahrten, Angebote und Projekte mussten bis auf weiteres abgesagt werden.

Die Schließung der Einrichtungen trifft viele Kinder und Jugendliche. Ihre sozialen Kontakte sind derzeit ohnehin reduziert und eingeschränkt; sie geraten in häusliche Isolation mit möglichen negativen Folgen. Die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit signalisieren der Schließung zum Trotz, dass sie weiterhin für ihre Kinder und Jugendlichen da und für ihre Fragen ansprechbar sind. Innerhalb kürzester Zeit organisierten sich die Einrichtungen und stellten diverse digitale und analoge, kontaktlose Angebote zusammen. Um ihren Auftrag auch in Zeiten von Einrichtungsschließungen und Kontaktbeschränkungen gerecht zu werden, wird der Kontakt zu den jungen Menschen nun auf diversen anderen Wegen gesucht und sichergestellt.

AGOT-NRW bündelt Angebote während Corona auf digitaler Landkarte

Dabei sind einerseits sehr vielseitige digitale Angebote entstanden, wie online-Backkurse, gemeinsame online-Spiele, online-Sprechstunden, online Kreativ- und Sportangebote bis hin zu kompletten virtuelle Jugendzentren und vieles mehr. Andererseits wurden aber auch sehr viele analoge Angebote entwickelt, wie das Verteilen von Waffeln an die bekannten Kinder und Jugendlichen, Spieleverleihe oder das Verteilen von Bastelmaterialpäckchen um nur einige Beispiele zu nennen. Gerade diese analogen Angebote sind für Kinder und Jugendliche wichtig, die keinen uneingeschränkten Zugang zum Internet haben. Verteilende Jugendarbeiter*innen werden bereits von den Balkonen der Wohnungen sehnsüchtig erwartet, damit beispielsweise gebastelt werden kann.

Die AGOT-NRW startete zeitnah eine Umfrage, um die Aktivitäten der einzelnen Einrichtungen zu erfassen und zu bündeln. Diese Abfrage war freiwillig und läuft weiterhin. Die ersten 150 Rückmeldungen sind nun in einer interaktiven Karte unter dem folgenden Link online gestellt:

Nach und nach werden weiter alle zurückgemeldeten Angebote der Einrichtungen auf dieser interaktiven Karte dargestellt.

Darüber hinaus arbeiten wir an der Verarbeitung weiterer Angaben und Antworten aus der Umfrage, an der schon jetzt sehr viele Einrichtungen teilgenommen haben und weitere teilnehmen werden.

Es muss allerdings beachtet werden, dass es sich hier um eine beispielhafte Darstellung einzelner Einrichtungen handelt und es keineswegs einen Anspruch auf Vollständigkeit gibt. Zudem bekommen wir Problemanzeigen, dass es in Zeiten von Datenschutz und beschränkten technischen Möglichkeiten trotz vielen Bemühungen dazu kommt, dass nicht alle Einrichtungen teilhaben können.

Fazit: Das Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit erfindet sich grade neu! Wir sind dankbar für das großartige Engagement der Fachkräfte in den Einrichtungen der Offene Kinder- und Jugendarbeit und für die Unterstützung und das Möglichmachen vieler (Weiter-)Entwicklungen von Angeboten durch die Träger. Bereits jetzt wird deutlich, welche wichtige Funktion die Offene kinder- und Jugendarbeit in der Bewältigung von dieser Krise, aber auch künftigen Krisen für Kinder und Jugendliche, aber auch für ihre Familien und damit gesamtgesellschaftlich hat. Auch aus diesem Grund ist ein baldige, schrittweise Wiederöffnung der Einrichtung schon jetzt vorzubereiten und dann abgestimmt umzusetzen.

Sie können diese Pressemitteilung hier als Dokument im pdf-Format herunterladen:

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung, per E-Mail unter info@agot-nrw.de oder unter 0211/23945785.

Mit freundlichen Grüßen

Nina Hovenga
Geschäftsführerin AGOT-NRW