Erste Ergebnisse der JuCo III – Studie: Verpasst? Verschoben? Verunsichert? Junge Menschen gestalten ihre Jugend in der Pandemie

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ konzentriert sich in dieser dritten Erhebung auf Erkenntnisse darüber, wie Jugendliche und junge Erwachsene selbst ihre Lage nach fast zwei Jahren Pandemie einschätzen und welche Veränderungen sich in dem Erleben der Pandemie über den Zeitraum von Frühjahr 2020 bis Winter 2021 nachzeichnen lassen. Der hier ausgewertete Befragungszeitraum bezieht sich auf den Dezember 2021. 

Gefragt wurden die jungen Teilnehmer*innen unter anderem danach, wie sie die einzelnen Phasen der Pandemie erlebt haben und ob und wenn ja, welche Form von Unterstützung sie erhalten haben. Weiterhin wurde erneut nach Beteiligungsmöglichkeiten und Belastungsfaktoren gefragt.

Markante Ergebnisse

  • Unterschiede in den Belastungen hängen nach den Ergebnissen unserer Studie u. a. mit den verfügbaren finanziellen Mitteln und Ressourcen der jungen Menschen zusammen. Für Jugendliche und junge Erwachsene, deren Geldsorgen seit der Pandemie gestiegen sind, fallen die Belastungen, Zukunftsängste und Unsicherheiten gravierender aus.
  • Jugendliche und junge Erwachsene, denen offene Räume fehlen und die ihren Hobbies nicht nachgehen können, geben ebenfalls an, erheblich belastet zu sein. Deutlich wird in den Ergebnissen, dass soziale und psychische Belastungen sowie Zukunftsängste dadurch beeinflusst werden, welche Optionen Jugendliche haben, mit ihren Krisenkonstellationen umzugehen und wer ihnen dabei hilft. 13,4 % (n = 827) Jugendliche und junge Erwachsene geben an, keine Vertrauenspersonen zu haben und bleiben mit den Sorgen, Nöten und Zukunftsängsten allein. Hier liegt neben der Verantwortung im nahen Umfeld insbesondere eine öffentliche Verantwortung, entsprechende niedrigschwellige Angebote zu schaffen. Es sind demnach Unterstützungsformen alltagsnah aufzubauen und anzubieten. Unsere Daten zeigen, dass bereits eine beachtliche Zahl von 939 jungen Menschen unter den Befragten (15,2 %) nehmen professionelle Hilfs- und Beratungsangebote in Anspruch, 1406 Personen (22,8 %) geben an, dass sie diese nicht zur Verfügung hätten, aber bräuchten.
  • Jugendliche und junge Erwachsene selbst benennen positive Veränderungen vor Ort etwa bei der digitalen Ausstattung. Sie erkennen die Veränderungen und die dahinterstehenden Anstrengungen.

Zum vorliegenden Working Paper gelangen Sie hier

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt.

Im Rahmen von Online-Befragungen wurden 2020 und 2021 Jugendliche, junge Erwachsene und Familien dazu befragt, wie sie die Corona-Pandemie erleben, welche Konsequenzen dies für ihren Alltag hat und mit welchen Sorgen sie auf ihr persönliches Leben und die gesellschaftliche Entwicklung blicken.

Bild: Priscilla du Preez / unsplash.com

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