Ein Projekt das junge Menschen stärkt bekommt Besuch von Ministerin Verena Schäffer.
Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Gesellschaft auf, die von Umbrüchen, Unsicherheiten und widersprüchlichen Erwartungen geprägt ist. Viele erleben Leistungsdruck, Ausgrenzung, digitale Überforderung oder das Gefühl, wenig Einfluss auf ihr Umfeld zu haben. Umso wichtiger sind Orte, an denen sie sich sicher fühlen, ernst genommen werden und erleben: Ich bin nicht allein.
Genauso ein Ort ist die OT Ostheim. Als Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ist sie weit mehr als ein Ort für Freizeitbeschäftigung. Sie ist ein Raum für Beziehungen, Orientierung, Beteiligung und demokratisches Lernen – und damit ein wichtiger Schutzfaktor im Alltag junger Menschen.
Ein zentraler Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit der OT Ostheim ist die Stärkung von Reflexions‑ und Kritikfähigkeit junger Menschen – auch mit Blick auf ihre Mediennutzung. Im vergangenen Jahr wurde das Projekt „AttentivKIDS – Wir bleiben aufmerksam!“ gemeinsam mit jungen Menschen geplant und durchgeführt. Unterstützung gab es dabei von der Fachstelle Jugendmedienkultur NRW (fjmk NRW).
Im Rahmen von „AttentivKIDS“ setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit Fake News, Desinformation und extremistischen Ansprachen im Internet auseinander. Sie lernten, wie Nachrichten entstehen, wie sich seriöse Quellen von manipulativen Inhalten unterscheiden lassen und welche Werkzeuge – etwa Quellenvergleiche oder Bild‑Rückwärtssuchen – dabei unterstützen können. Als besonders wirksam zeigte sich der methodische Zugang, selbst Fake News zu erstellen, um Manipulationsmechanismen praktisch zu durchschauen und kritisch einordnen zu können. Dieses Projekt weckte das Interesse der neuen Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen – Verena Schäffer – die sich vor Ort das Projekt von den Teilnehmenden vorstellen ließ. Die jungen Menschen zeigten ihr im Medienraum, was im Projekt erarbeitet wurde und welche Methoden zur kritischen Auseinandersetzung zum Einsatz kamen. Dabei ging es ganz praktisch zu, ebenso, wie im Projekt selbst.
Im anschließenden Fachaustausch mit Trägervertretung und Fachkräften der Einrichtung, Mitarbeitenden des Ministeriums und des Landschaftsverbandes Rheinland und unter Beteiligung der Arbeitsgemeinschaft Offene Türen NRW e.V. und der LAG Kath. OKJA NRW e.V. wurde die Wichtigkeit der Anknüpfung solcher Projekte an die Lebenswirklichkeit junger Menschen, sowie deren Beteiligung von der Planung bis zur Durchführung betont. Dieses und ähnliche Projekte stärken junge Menschen. Jugendliche werden für typische Radikalisierungsmuster in sozialen Medien sensibilisiert und darin unterstützt, problematische Inhalte frühzeitig zu erkennen und einzuordnen. Gleichzeitig werden Empathie, Perspektivwechsel und Zivilcourage gefördert – auch durch Rollenspiele und gemeinsames Reflektieren herausfordernder Online‑Situationen.
Das Projekt der OT Ostheim steht exemplarisch für die präventive, beteiligungsorientierte und demokratiestärkende Wirkung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, die junge Menschen ermutigt, aufmerksam zu bleiben, Haltung zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen, online wie offline. Als gut vernetzte Akteurin im Stadtteil schafft die OT Räume, in denen Probleme, Diskriminierungserfahrungen und Konflikte offen angesprochen werden können. Statt Konkurrenz steht Gemeinschaft im Mittelpunkt, statt Selbstoptimierung gegenseitige Unterstützung. Besonders Peer‑Gruppen, in denen Vielfalt als selbstverständlich erlebt wird, bieten jungen Menschen positive Zugehörigkeitserfahrungen und eine echte Alternative zu spaltenden oder gewaltbereiten Gruppen. Das trägt dazu bei, dass Frust nicht in Hass umschlägt – sondern Haltung, Handlungskraft und solidarisches Engagement gefördert und erhalten werden. Diese kontinuierliche, oft leise Arbeit ist ein unverzichtbarer Beitrag für junge Menschen und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.
Wir danken an dieser Stelle Ministerin, Verena Schäffer, für Ihr Interesse an jungen Menschen und an der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ihr Besuch war wertvoll für die Beteiligten. Wir hoffen, uns ist es gelungen, die gute Arbeit der OT Ostheim, aber auch die Wirkung Offener Kinder- und Jugendarbeit zu präsentieren. Offene Jugendarbeit ist unverzichtbar. Sie ist politisch, diversitätssensibel und demokratisch! #OKJAKANNDAS
Hintergrund:
Das Projekt „AttentivKIDS – Wir bleiben aufmerksam!“ war Teil des LAG-Projektes „eXtrem stark“ und wurde im Rahmen der Titelgruppe 68, einem Maßnahmenpaket der Landesregierung, durch das MKJFGFI gefördert, um junge Menschen gegenüber Radikalisierung und extremistischer Ansprache zu stärken. Träger der Einrichtung ist der katholische Verein „Zu den heiligen Engeln und St. Servatius e. V.“, der seit über 60 Jahren fest in Köln‑Ostheim verankert ist und sich mit haupt‑ und ehrenamtlichem Engagement für Kinder und Jugendliche einsetzt.
Fotocredits: MKJFGFI/J.Tack







