LESETIPP: “Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM)“

(Quelle: www.lfm-nrw.de)lfm

Thema: Computerspiele(n) in der Familie. Computerspielesozialisation von Heranwachsenden unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte

Kinder beginnen immer früher mit dem Computerspielen.Das Einstiegsalter der heutzutage Fünf- bis Achtjährigen wird sich künftig wahrscheinlich noch weiter nach vorn verschieben und damit Medienaufsicht und Jugendverbände vor große Herausforderungen stellen. Das zeigen Ergebnisse der Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) zum Thema »Computerspiele(n) in der Familie. Computerspielesozialisation von Heranwachsenden unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte«, die am 17. Januar in Düsseldorf präsentiert wurde. Danach haben heute bereits viele Spielerinnen und Spieler im Vor- und Grundschulalter ihre ersten Erfahrungen mit Computerspielen gesammelt, wobei die Jungen tendenziell früher mit dem Spielen beginnen als die Mädchen. Mit der Durchführung der Studie hatte die LfM das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und den Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Medienpädagogik (Universität Hamburg) beauftragt.

Auch angesichts der technischen Entwicklung mit Smartphones und Tablets, die digitale Spielwelten offenbar bereits für Kleinkinder eröffnen, sind die vorliegenden Ergebnisse für zielgerichtete Informations- und Beratungsangebote für Familien von großer Bedeutung. Die Familie ist der erste Ort, an dem sie Medienerfahrungen sammeln. Eltern haben deshalb in Fragen der Mediennutzung eine Vorbildfunktion. Fast immer sind es männliche Bezugspersonen wie Vater, Onkel oder Cousin, die den Kindern den Weg in die Spielewelt zeigen – Mütter oder Schwestern spielen dabei kaum eine Rolle. Viele der Befragten berichten, dass ihre Computerspielenutzung nur wenig von den Eltern reguliert werde – ein Befund, der deutlich von anderen Studien abweicht. Solange schulische Verpflichtungen erledigt würden, scheint kein Regulierungsbedarf zu bestehen. Während die Väter die Tür zu den Spielen öffnen oder für ihre Kinder im Hinblick auf das Computer spielen als Vorbild fungieren, sind es in vielen Fällen die Mütter, die den Hauptanteil der (Medien-)Erziehungsarbeit leisten.

Für die verantwortlichen Forschenden bringt die aktuelle Studie vor allem zwei Neuerungen mit sich: Dr. Claudia Lampert (Hans-Bredow-Institut) hob den inhaltlichen Fokus hervor: »Nur wenige Studien befassen sich mit den Anfängen der Computerspielenutzung und den Fragen, ab welchem Alter und vor allem wie Kinder ins Spiel kommen. Die Befunde der vorliegenden Studie zeigen überdies sehr deutlich, dass die männlichen Bezugspersonen und Geschwister eine wichtige Rolle spielen.«

Bibliographische Informationen: Claudia Lampert, Christiane Schwinge, Rudolf Kammerl, Lena Hirsch-häuser: Computerspie-le(n) in der Familie. Computerspielesozialisation von Heranwachsenden unter Berücksichtigung genderspezifischer Aspekte. Düsseldorf, LfM-Dokumentation Band 47

Die Publikation kann kostenlos über das Onlinebestellsystem der LfM bezogen werden und steht dort auch als PDF zum Download bereit.

Download:

www.lfm-nrw.de

 

Kontakt:

Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)
Zollhof 2
40221 Düsseldorf
Tel.: 0211 – 77 00 7- 0
Fax: 0211 – 72 71 70

Email: info@lfm-nrw.de