Interkulturalität

Ein Auftrag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit besteht darin, zwischen den in der Praxis aufeinandertreffenden Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln.
Offene Kinder- und Jugendarbeit ist so auszurichten, dass alle Kinder und Jugendlichen sowohl die Möglichkeit für eine eigenständige Entwicklung in dieser Gesellschaft als auch für das Kennenlernen der jeweils anderen Gesellschaftsformen vorfinden. Durch die gezielte Gestaltung von interkulturellen Lernfeldern und Begegnungsmöglichkeiten soll darüber hinaus Sorge dafür getragen werden, dass die Unterschiede wahrgenommen und Differenzen anerkannt werden können. Dafür müssen spezifische Strukturen aufgebaut werden, die in der Lage sind, Benachteiligungen und Zugangsbarrieren zu Bildung abzubauen. Im Vordergrund stehen interkulturelles Lernen, Hineinwachsen in eine Gemeinschaft, gemeinsame Lernerfahrungen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher ethnischer Gruppen.
Gelingende Interkulturalität in der Offenen Arbeit braucht eine positive Einstellung gegenüber der ethnisch-kulturellen Vielfalt in unserer Gesellschaft und eine verbindliche Haltung gegenüber den Grundwerten und Regeln der Demokratie. Diese beiden Aspekte bilden die Grundlage für multikulturelle Einrichtungen. Wenn wir diese Grundlagen in unseren Köpfen verankern und diese Haltung in den Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit spürbar wird, haben alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig ihrer Herkunft und ihrer kulturellen Prägung die Möglichkeit zur sozialen Teilhabe.
Derzeit sind 50 Mio Menschen auf der Flucht – ein Drittel davon Kinder und Jugendliche.
Ein Drittel aller nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge1 sind
Kinder und Jugendliche. Nach Schätzungen leben mehr als 65.000
Flüchtlingskinder2 mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland.
Diese Kinder werden von Politik, Verwaltung, Medien und weiten
Teilen der Öffentlichkeit kaum beachtet. Trotz der besonderen
Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen fehlen besondere staatliche
Unterstützungsmaßnahmen für sie. Flüchtlingskinder werden in erster
Linie als Anhang ihrer Eltern wahrgenommen und behandelt, nicht als
eigenständige Persönlichkeiten und Träger eigener Rechte, mit ganz
besonderen, kinderspezifischen Bedürfnissen. (Unicef-Studie 2014)
Aus vielen Einrichtungen ist uns bekannt, dass das Thema Flüchtlinge in der OKJA derzeit an Aktualität gewinnt. Zahlreiche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kommen nach Deutschland und benötigen Angebote und Unterstützung, die ihnen das Leben in Deutschland erleichtern. Diese Kinder und Jugendlichen bringen vielschichtige Erfahrungen mit und müssen oftmals große Verluste, Gewalt und die Flucht verarbeiten. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist sich ihres Auftrages „für alle Kinder und Jugendlichen“ da zu sein bewusst. Daher werden wir beginnen, eine Position zu dieser Thematik zu erarbeiten und zu verabschieden und parallel dazu Beispiele sammeln und veröffentlichen, wie geflüchtete Kinder und Jugendliche an den Angeboten der Offenen Jugendarbeit teilhaben können, vor dem Hintergrund, die Jugendlichen, die bereits jetzt unsere Angebote wahrnehmen, nicht zu vernachlässigen.
Aktivitäten
• Beteiligung am Projekt „DIALOGBEREIT / DİALOĞA HAZIR“: Aufbau von Dialogwerkstätten für Jugendliche christlicher und muslimischer Herkunft in Kooperation mit der Kath. Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz
• Beteiligung bei Arbeitskreisen und Fachforen auf NRW Ebene, z.B. in der AGOT NRW
• Im LAG-Arbeitskreis Junge Zuwanderer/Flüchtlinge treffen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Einrichtungen, die sich mit dem Thema Zuwanderung/Flüchtlinge und OKJA auseinandersetzen. Neben dem Austausch und der Erstellung einer gemeinsamen Position zum Thema kann das Thema werden, was den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerade als wichtig erscheint.

 

Produkte
• GESA BERTELS / MANUEL HETZINGER / REGINA LAUDAGE-KLEEBERG (Hg.): Interreligiöser Dialog in Jugendarbeit und Schule, Weinheim 2013 (Beltz Juventa)
• Fachbroschüre: „Intercooltour – Interkulturelle Jugendarbeit“ (Reihe PRO PRAXIS)
Diese und weitere Schriften zum Thema finden Sie in unserem Invalid download ID..
Andrea Heinz
0221-899933-14
a.heinz@lag-kath-okja-nrw.de