Kinder- und Jugendschutz

Kinder und Jugendliche sehen sich konfrontiert mit den unterschiedlichsten Einflüssen. Kinder- und Jugendschutz macht sich zur Aufgabe, die Rechte und Chancen von Kindern und Jugendlichen auf eine gesunde und altersangemessene Entwicklung zu sichern. Ziel von Kinder- und Jugendschutz ist es, Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen zu schützen und sie zu stärken gegenüber Beeinträchtigungen aller Art (§ 14 SGB VIII). Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch sind u.a. wichtige aktuelle Themen des Kinder- und Jugendschutzes sowie auch der (Offenen) Kinder- und Jugendarbeit. Neben gesetzlichen Grundlagen, Materialien und weiterführenden Hinweisen finden Sie in der LAG-Landesstelle Ansprechpartner für Fort- und Weiterbildungen zum Thema.

Aktivitäten

Speziell zum Thema bieten wir Fortbildungen an, die den Kinder- und Jugendschutz in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, auch in Kooperation mit anderen Partnern (z. B, Jugendamt, Schule), bearbeitet:
Der Schutz vor Gefährdung für das Wohl der Kinder ist Generalauftrag der Jugendhilfe. Im „KICK“ wurde dieser allgemeine Schutzauftrag der Jugendhilfe im Jahr 2005 konkretisiert, die Diskussion um seine Umsetzung in der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Institutionen und Fachkräfte auch in den Bildungseinrichtungen hält unvermindert an. Mit dem neuen „Bundeskinderschutzgesetz“ sind am 1. Januar 2012 weitere Regelungen bzw. Änderungen im SGB VIII zu einem noch stärkeren präventiven und interventiven Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefährdungen – insbesondere vor sexuellem Missbrauch in Kraft getreten. Damit stehen für den gesamten Kinder- und Jugendhilfebereich, was die Umsetzung der gesetzlichen Neuregelungen anbelangt, weitere neue Herausforderungen an.
Die Fortbildungen sollen den Fachkräften in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit einen Überblick über die rechtlichen Rahmenvorgaben vermitteln und Hinweise auf ihre fachliche Anwendung „nach den Regeln der Kunst“ geben. Neben Informationen stehen der Erfahrungsaustausch und praktische Übungen auf der Agenda.
Nähere Informationen und die Termine der jeweiligen Fachtagungen finden Sie unter den Rubriken „Fortbildungen“ und „News„.

Informationen bei sexuellem Missbrauch:

Eine/n Ansprechpartner/In (Präventionsbeauftragte/en) zum Thema finden Sie in Ihrem Bistum. Bitte wenden Sie sich an den für Sie zuständigen Referenten/ die Referentin Ihrer Diözese. Auch können Sie über eine interaktive Bistumskarte im Internetportal der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) unter http://www.prävention-kirche.de an alle diesbezüglichen Angebote der (Erz-)Bistümer Deutschlands gelangen.
Die LAG Kath. OKJA NRW bietet keine/n Ansprechpartner/in zum Thema „sexueller Missbrauch“. Wir verweisen auf folgende Informationsquellen mit jeweils weiterführenden Links.

Im Erzbistum Köln gelten die „Leitlinien zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs„, die 2002 von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossen und 2010 fortgeschrieben wurden mit einer ergänzenden „Verfahrensordnung Missbrauch“ für das Erzbistum Köln. Die am 31. August 2010 in Kraft getretenen, angesichts der aktuellen Missbrauchsdebatte deutlich verschärften „Leitlinien 2010″ sollen eine abgestimmte Vorgehensweise im Bereich der gesamten Katholischen Kirche Deutschlands gewährleisten. Des weiteren hat die Deutsche Bischofskonferenz während ihrer Herbst-Vollversammlung am 23.09.2010 ausführlich über das Thema „Prävention von sexuellem Missbrauch im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ beraten und ein Maßnahmenpaket beschlossen. Kernstück ist die „Rahmenordnung – Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz„. Beides, die neuen Leitlinien 2010 und die „Rahmenordnung – Prävention“ verpflichten alle, die im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz für das Wohl und den Schutz von Kindern und Jugendlichen Verantwortung tragen. Ihr Geltungsbereich erstreckt sich somit auf die gesamte katholische Kinder- und Jugendarbeit. Die Deutsche Bischofskonferenz (Internetadresse http://www.dbk.de/) hat ein Internetprotal unter http://www.prävention-kirche.de veröffentlicht, das die Aktivitäten der katholischen Kirche im Bereich Prävention bündelt und verlinkt. In diesem Internetportal sind auch die neuen Leitlinien 2010 und die hierzu erlassene „Rahmenordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ als PDF-Dateien eingestellt.
Die Deutsche Bischofskonferenz hat am 08.02.2011 eine Handreichung zur „Prävention von sexualisierter Gewalt im Bereich Jugendpastoral“ veröffentlicht. Sie soll die „Rahmenordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ ergänzen und konkretisieren. Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, kommissarischer Vorsitzender der Jugendkommission der DBK, betont im Vorwort der Broschüre, die Handreichung solle dazu beitragen, „jeder Form sexualisierter Gewalt besonnen, entschieden und mutig entgegenzutreten und dadurch Mädchen und Jungen sowie jungen Frauen und Männern einen geschützten Raum innerhalb der Kirche für ihre Entfaltung zu geben. Die Handreichung benennt fünf zentrale Eckpunkte präventiven Handelns in der Jugendpastoral. Dazu gehören ein „angemessenes Nähe- und Distanz-Verhältnis“, „klare Regeln und transparente Strukturen“ ebenso wie „sexualpädagogische Begleitung“, „Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten“ und „Aus- und Fortbildungsmaßnahmen“. Die Broschüre kann unter http:/www.dbk.de/Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt oder dort als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Mit Wirkung zum 1. April 2011 wurde schließlich die „Ordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährige für die in NRW gelegenen (Erz-)Diözesen“, kurz „Präventionsordnung – PrävO NRW“, verabschiedet. Damit haben die Erz-/Bischöfe der in NRW gelegenen Erz-/Diözesen Köln, Paderborn, Aachen, Essen und Münster , entsprechend ihrer Ankündigung im November 2010, die in der vorgenannten „Rahmenordnung Prävention“ der DBK enthaltenen Vorgaben in diözesane Regelungen umgesetzt und sich diesbezüglich auf einheitliche Anforderungen und Vorgaben zur Prävention verständigt. Deren Veröffentlichung ist in den jeweiligen Kirchlichen Amtsblättern für die jeweilige Erz-/Diözese erfolgt. Da die neuen Bestimmungen nachhaltige Auswirkungen auf sämtliche Tätigkeiten im kinder- und jugendnahen Bereich haben werden, sollten sich alle kirchlichen Träger, welche MitarbeiterInnen und Ehrenamtliche im kinder- und jugendnahen Bereich einsetzen, möglichst umgehend mit den Neuregelungen vertraut machen. Nach Erlass der Präventionsordnung – PrävO NRW sind alle davon erfassten kirchlichen Rechtsträger in NRW verpflichtet, eine Selbstverpflichtungserklärung, die dem veröffentlichten Muster entsprechen muss, von allen Beschäftigten und ehrenamtlich Tätigen unterschreiben zu lassen (§ 6 PrävO NRW). Das Muster für die Selbstverpflichtungserklärung entstand u.a. unter Mitwirkung von Frau Dr. Bettina Janssen (Büro für Fragen sexuellen Missbrauchs der DBK), Frau Dr. Esther Klaes (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention) und dem Präventionsbeauftragten Herrn Oliver Vogt (Erzbistum Köln). Des weiteren sind die kirchlichen Rechtsträger nach der PrävO NRW dazu verpflichtet, sich bei der Einstellung und im regelmäßigen Abstand von fünf Jahren von den eingesetzten Personen ein erweitertes Führungszeugnis nach § 30a Bundeszentralregistergesetz vorlegen zu lassen. Welche Personengruppen und Einsatzbereiche hiervon betroffen sind, ist dem § 3 Abs. 2 bis 4 der PrävO NRW zu entnehmen: Personen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Kinder und Jugendliche betreuen oder mit diesen regelmäßig in sonstiger Weise Kontakt haben können, unabhängig vom Beschäftigungsumfang; dies gilt auch für Honorarkräfte, Praktikanten, Freiwilligendienstleistende und 1-Euro-Jobber. Ausschließlich ehrenamtlich tätige Personen sind aber von der Vorlagepflicht ausgenommen. Bereits eingesetzte Personen sind bis zum 30. September 2011 zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses aufzufordern. Die „Präventionsordnung – PrävO NRW“ sowie das „Muster für die Selbstverpflichtungserklärung“ sind als PDF-Dateien auf der Webseite der Deutschen Bischofskonferenz unter http://www.prävention-kirche.de/Rubrik“Bistümer in NRW“ zu finden. Das Erzbistum Paderborn hat auf seiner Internetseite (direkt erreichbar über die interaktive Bistumskarte auf der Webseite der Deutschen Bischofskonferenz) ein FAQ („häufig gestellte Fragen zur „PrävO NRW“) eingestellt, welches die Vorgaben der Präventionsordnung im Einzelnen erläutert.

Menschen, die Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind, können sich im Erzbistum Köln direkt an folgende Ansprechpartner wenden: Domkapitular Prälat Dr. Robert Kümpel, Christa Pesch, Dr. Emil Naumann. Nähere Informationen – auch zu finanziellen Leistungen der Kirche in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde (Antragsformular und Merkblatt) – finden Sie unter
http://www.erzbistum-koeln.de

Der Deutsche Caritasverband hat bereits am 27.04.2010 „Empfehlungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch“ herausgegeben. Download siehe Anlage http://www.caritas.de/sexueller-missbrauch. Als Ergänzung dieser Empfehlungen werden Materialien zur Prävention sexuellen Missbrauchs (Arbeitshilfen, Checklisten u.a.) zur Verfügung gestellt. Die Materialsammlung wird fortlaufend ergänzt und ist abrufbar unter http://www.caritas.de

Der BDKJ hat auf seiner Homepage die Rubrik „ Erschüttert und Entschlossen- Info´s zum Thema Sexueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt“ eingerichtet. Hier finden Sie Infos für Verantwortliche in der Jugendarbeit., Präventionsbeispiele, Arbeitshilfen, Interventionspläne, Positionen und Beschlüsse und weiterführende Links.
Alle Informationen finden Sie unter http://www.bdkj.de

Ansprechpartner:
In allgemeinen Fragen des Kinder- und Jugendschutzes und zum Thema „Prävention sexualisierter Gewalt“ wenden Sie sich bitte an Gesa Bertels, oder Martin Wazlawik, Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e.V., Salzstraße 8, 48143 Münster,
Tel.: 0251-54027 Fax: 0251-518609
thema-jugend@t-online.de

Ihre Ansprechpartnerin in der Landesstelle:
Pädagogische u. inhaltliche Fragen zum Thema beantwortet Ihnen
Doris Reiß
0221 899933-15
d.reiss@lag-kath-okja-nrw.de

Weiterführende Links:

– Informationen rund um das Thema „Kinder- und Jugendschutz – wie z.B. Gesetzestexte und Broschüren – finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter
http://www.bmsfsj.de/Service/themen-lotse,thema=thema-jugendschutz.html

– Themenrelevante Stellungnahmen/Positionen des Deutschen Bundesjugendrings sowie ein Link zum Modellprojekt „PräTect … keine Täter in den eigenen Reihen!“ des Bayerischen Jugendrings in Kooperation mit dem Deutschen Bundesjugendring sind unter http://www.dbjr.de zu finden.

– Auf seiner Homepage www.bmfsfj.de/ unter der Rubrik „Themen-Lotse/Runder Tisch Sexueller Kindesmissbrauch“ hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit April 2010 detailliert und fortlaufend über die Sitzungen des vom Bundeskabinett beschlossenen „Runden Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ informiert. Der Runde Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“ hat im Rahmen seiner 3. Sitzung am 1. Dezember 2010 den Zwischenbericht Band I und Band II verabschiedet. Die Berichte des Runden Tisches sind auf der o.g. Internetseite abrufbar; dort finden sich ebenso die erstellten verschiedenen Anlagen zum Abschlussbericht (z.B. Anlage 02; Bundeskinderschutzgesetz).  Nach langem Tauziehen zwischen Bund und Ländern – und einem Lösungskompromiss im angerufenen Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat – ist zum 1. Januar 2012 das „Gesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen (Bundeskinderschutzgesetz – BKiSchG)“ in Kraft getreten. Das Bundeskinderschutzgesetz, das sich für einen verbesserten Schutz junger Menschen sowohl im präventiven als auch im interventiven Bereich stark macht und alle wichtigen Akteure in einem Kooperationsnetz zusammenführt, wurde von Fachleuten aus Ländern, Kommunen, Verbänden und der Wissenschaft erarbeitet. Es greift auch die Erkenntnisse des vorgenannten Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ auf. Es beinhaltet die Neueinführung eines „Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz“, Änderungen im SGB VIII sowie im SGB IX und Schwangerschaftskonfliktgesetz. Berücksichtigt wurde ebenfalls das Aktionsprogramm „Frühe Hilfen“ des Bundesfamilienministeriums. Zu den im neuen BKiSchG vorgesehenen präventiven Maßnahmen gehört insbesondere auch die verpflichtende Abgabe eines erweiterten Führungszeugnisses nach § 30a BZRG für alle hauptberuflichen MitarbeiterInnen sowohl in der öffentlichen als auch in der freien (neu) Kinder- und Jugendhilfe, um vorbestrafte Sexualstraftäter von vornherein ausschließen zu können. Für Ehrenamtliche müssen die öffentlichen Jugendhilfeträger mit den freien Trägern zukünftig vor Ort vereinbaren, bei welchen ehrenamtlich ausgeübten Tätigkeiten die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses notwendig ist. Insoweit geht das neue BKiSchG über die kirchenrechtlichen Vorgaben der o.g. Präventionsordnung NRW hinaus.

„Gesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen“ (Bundeskinderschutzgesetz – BKiSchG) vom 22. Dezember 2011, BGBL. Jahrgang 2011 Teil I Nr. 70 S. 2975, ausgegeben am 28. Dezember 2011 – PDF-Datei unter www.bgbl.de